Zwei Tage, die meine Gespräche verändert haben

Mein Erfahrungsbericht aus der Rhetorikschule der FFH ACADEMY

Vor Gesprächen habe ich mir früher oft im Kopf zurechtgelegt, was ich sagen will und im entscheidenden Moment kam trotzdem nur die halbe Botschaft an. Genau deshalb habe ich mich für die zwei Tage bei Ines Lang angemeldet, auch wenn ich lange gezögert habe. Zwei ganze Tage für etwas, das ich doch eigentlich täglich mache?

Am Ende wusste ich: Es ging nie darum, wie oft ich rede, sondern wie ich es tue. Die Zeit war goldrichtig eingeteilt. Kein Moment zu lang, kein Moment verschenkt!

Tag 1: vom ersten Zögern zum sicheren Stand

Der erste Tag hat mit ein paar Denkanstößen begonnen, die mir sofort im Kopf geblieben sind – kleine Aha-Momente darüber, wie Kommunikation eigentlich wirkt. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl: Ach, deshalb wurde das damals vielleicht so falsch aufgenommen.

Ein Teilnehmer erzählte in der Runde, dass er sich wünscht, so eine Ausstrahlung und Wirkung wie Barack Obama zu haben. Seine Reden würden alle in einen Bann ziehen – er könnte im Grunde erzählen, was er wolle, und die Menschen würden trotzdem gespannt zuhören, einfach wegen der Art, wie er es sagt. Genau darauf hatten wir alle irgendeine Antwort gehofft, und die kam dann ziemlich handfest: Ein fester Stand, beide Füße am Boden, das Gewicht mittig – so simpel das klingt, so viel hat es verändert. Dazu die eigene Sprachmelodie bewusst einzusetzen, statt einfach nur schnell und flach zu reden. Ich habe gemerkt, wie sich mein ganzer Körper anders anfühlte, sobald ich stand, statt zu schwanken und genau diese Ruhe ist es, die eine Wirkung wie die von großen Rednern überhaupt erst möglich macht.

Die erste große Übung war für mich trotzdem ein Sprung ins kalte Wasser: eine eigene Geschichte vor der ganzen Gruppe erzählen. Mein Puls ist hochgeschossen. Aber genau in diesem Moment habe ich zum ersten Mal gespürt, wie sich der feste Stand und die bewusste Stimme tatsächlich anfühlen, wenn man sie braucht – nicht nur in der Theorie, sondern im echten Lampenfieber. Und es hat gehalten.

Als ich fertig war, unsicher, ob das jetzt gut oder schlecht war, sah ich als Erstes Ines’ Lächeln. Sie hat sofort benannt, was schon viel besser lief als beim ersten Versuch – auch wenn es für mich selbst kaum merklich war.

Feedback, das unter die Haut ging

Ein Baustein, der mich überrascht hat: eine Feedback-Struktur, mit der man Rückmeldungen geben kann, ohne dass sie verletzend oder vage werden – weit weg vom üblichen „gut” oder „nicht so gut”. Auf einmal ging es nicht mehr um pauschale Urteile, sondern um klare, ehrliche Beobachtungen.

Am Abend haben wir genau das ausprobiert: Wir haben uns gegenseitig Feedback zu unserem Auftritt vom ersten Tag gegeben – mit der neuen Methode, live in der Gruppe. Ich habe zum ersten Mal gehört, wie ich auf andere wirke, ganz konkret und ohne dass es sich wie eine Bewertung angefühlt hat. Dinge, die mir selbst nie aufgefallen wären, weil man sich ja selbst nie von außen erlebt. Ich bin mit einer klaren Vorstellung davon rausgegangen, woran ich am zweiten Tag ansetzen wollte.

Tag 2: Überzeugen, schlagfertig bleiben, Haltung zeigen

Am ersten Tag ging es vor allem darum, wie ich wirke und wie ich souverän auftrete. Am zweiten Tag kam die nächste Stufe: wie ich überzeuge, unter Druck ruhig bleibe und auch schwierige Botschaften klar aussprechen kann.

Ein Highlight war eine Technik, mit der ich künftig überzeugender argumentieren kann. Ich habe sie an einem echten Anliegen aus meinem Alltag ausprobiert – einem, das ich seit Monaten vor mir hergeschoben hatte.

Danach kam der Teil, auf den ich am meisten gespannt war und vor dem ich mich zugleich am meisten gefürchtet hatte: schlagfertig bleiben, auch wenn eine Frage unbequem wird. Ich habe erlebt, wie sich Unsicherheit innerhalb weniger Sekunden in Ruhe verwandeln kann, wenn man die richtige Reaktion parat hat. Ungewohnt am Anfang, aber unglaublich befreiend am Ende.

Besonders mitgenommen habe ich, wie man auch unangenehme Dinge ansprechen kann, ohne dass sie beim Gegenüber falsch ankommen. Ein Teilnehmer schilderte einen Mitarbeiter, den er schon mehrfach vorsichtig darauf hingewiesen hatte, ein bestimmtes Verhalten zu ändern – bislang ohne Erfolg. Gemeinsam haben wir erarbeitet, wie ein klares, aber wertschätzendes Gespräch aussehen kann, das wirklich ankommt, statt wieder nur unterschwellig zu bleiben. Ein anderer Teilnehmer wiederum wollte einfach nur zu Hause entspannter mit der Familie sprechen können, ohne dass jedes Gespräch in einer Diskussion endet. Genau da wurde mir klar: Diese Werkzeuge wirken nicht nur im Job, sondern überall dort, wo Menschen miteinander sprechen.

Ich habe gelernt, dass jede Aussage auf mehreren Ebenen gehört wird und dass Missverständnisse fast nie an den Fakten liegen, sondern daran, wie eine Botschaft auf der Beziehungsebene ankommt. Genau zu verstehen, wie ich etwas formulieren muss, damit es beim richtigen Ohr ankommt, hat mir für kommende Gespräche enorm viel Sicherheit gegeben.

Die Trainerin: Ines Lang

Ines ist eine echte Powerfrau. Mit ihr wird es nie langweilig – sie überträgt ihre Energie förmlich auf die Gruppe und schafft gleichzeitig einen Safe Space, in dem ich mich getraut habe, auch mal unsicher zu wirken.

Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist: Ines hatte die ganzen zwei Tage über ein Lächeln im Gesicht. Egal wie klein eine Veränderung war, egal wie unsicher jemand aus der Gruppe wirkte – sie hat es wahrgenommen und ausgesprochen. Nicht die Fehler standen im Vordergrund, sondern das, was schon besser lief als beim letzten Versuch. Genau dieser Blick aufs Positive hat mir Mut gemacht, es immer wieder zu probieren.

Mein Fazit

Ich bin mit einem vollen Werkzeugkasten aus diesem Seminar gegangen. Klarer, strukturierter, emotional bewusster und selbstbewusster sprechen – egal ob im Vortrag, in der Debatte, im schwierigen Jobgespräch oder in der spontanen Schlagfertigkeit.

Was mich am meisten überrascht hat: wie viel sich in nur zwei Tagen verändern kann, wenn man wirklich bereit ist, hinzuschauen und wenn jemand neben einem steht, der jeden noch so kleinen Fortschritt sieht. Was genau in diesen zwei Tagen sonst noch passiert und welche Übungen mich am meisten herausgefordert haben, lässt sich kaum in Worte fassen. Das muss man selbst erleben.

Wer die eigene Gesprächsführung wirklich weiterentwickeln will – nicht nur Inspiration sucht, sondern echte Werkzeuge für den Alltag – ist bei Ines Lang genau richtig.

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